Die Macht der Component Templates

Sven Ingelfinger
|  July 7, 2020
Die Macht der Component Templates

Die Server Plattform Concord Pro eignet sich ideal für die Bereitstellung aller Templates, die Sie in Ihrem Entwicklungs-Team in Verwendung haben. BOM Templates, Draftsman Vorlagen, die Wiederverwendung von Lagenaufbauten, Skripte, Projektvorlagen, Schaltplanseiten Templates, PCB-Vorlagen und sogar Vorlagen für die Erstellung ganzer Komponenten, ermöglichen es, die notwendige Professionalität in Ihre Daten & Dokumente zu bekommen. Das ganze an einem zentralen Ablageort und für jeden zugänglich. Wenn etwas geändert wird, bleibt es nachvollziehbar. Anhand der einzelnen Revisionsstände, die automatisch bei jeder Änderung erzeugt werden,wird gleichzeitig die Dokumentation der Änderung ermöglicht. Soll die Dokumentenänderung nur einer gewissen User-Gruppe ermöglicht werden, so können Sie dies über die Servereinstellungen verwalten. Summa summarum eine wirklich feine Sache hinsichtlich Dokumentenverwaltung.

Im heutigen Blogartikel möchte ich Ihnen ein spezielles Template näher vorstellen, die so genannten Component Templates. Hierbei geht es mir speziell um deren Erstellung und Verwendung in Concord Pro, aber auch um die Vorbereitung für die Migration einer Bauteilbibliothek.

In Ihrer Concord Pro Struktur bildet die Ablage und Verwaltung Ihrer Bauteile (Components) ein sehr zentrales Element. Im Grunde basieren alle Entwicklungen auf diesen Bauteilen. Damit sie den Überblick behalten bietet es sich an, sich hierbei gewisse Unterteilungen zu definieren. Das kann beispielsweise eine simple Untergliederung in Bauteil-Kategorien wie Widerstände, Kondensatoren, Spulen, IC’s etc. sein, aber auch andere Ansätze sind denkbar wobei sich beispielsweise eine Untergliederung anhand der Baugröße durchführen lässt. Ich denke es ist im wesentlichen davon abhängig wo bei Ihnen im Detail der Schwerpunkt liegt und was hier besser für Sie passt. Also wie viel Komponenten setzen sie ein und in welcher Kategorie befindet sich der Löwenanteil.

Unabhängig von der gewählten Struktur bietet es sich jedoch in jedem Fall an in den entsprechenden Ordnern mit Component Templates zu arbeiten.

Was verbirgt sich hinter einem Component Template? 

Eine Komponente besteht i.d.R aus Schematic Symbol, PCB Footprint und aus einem Satz an Parametern der das Bauteil eindeutig beschreibt. Das kann beispielsweise ein Widerstandswert oder eine Spannungsfestigkeit sein oder aber auch kommerzielle Informationen wie der Hersteller und die Herstellernummer. Die eindeutige Beschreibung mit Parametern ermöglicht es im ganzheitlichen Supply Chain Durchlauf das die Komponenten von jedem gefunden werden können. Der Entwickler orientiert sich bei der Auswahl eher an den technischen Eigenschaften einer Komponente wohingegen eine Einkäufer sich eher mit Herstellerangaben auseinandersetzt. Und exakt hier kommen die Component Templates ins Spiel.  Mit diesem Template erstellen sie sich einen individuellen Parametersatz der auf Ihre Entwicklungs- und Supply Chain Anforderungen passt. Es sollte final also so sein, dass jede Bauteil Kategorie ein eigens erstelltes Component Template erhält indem die von Ihnen benötigten Parameter enthalten sind.Und zwar so, dass alle beteiligten Die Artikel finden können.

Wie erstellt man nun ein solches Component Template und wie verwendet man es in seiner Bibliothek/ Concord Pro?

Das folgende Video beschreibt detailliert wie Sie ein Component Template erstellen und dieses dann in Ihren Bauteil-Kategorien verwenden können:

Bereits bei der Erstellung eines Component Templates lohnt es sich ein bisschen mehr Energie zu investieren. Ich gehe davon aus dass sie bereits Erfahrungen mit dem Altium Designer haben und hier bereits mit Komponenten in Form einer Schematic Library, DB-Lib oder Integrated Library arbeiten. Hierin haben sie ja bereits einige Parameter mit deren Hilfe sie die Bauteile detailliert beschreiben in Verwendung. Wie sie diese Informationen nun sinnvoll in ihre frisch gebackene Serverstruktur übertragen erfahren sie in der nachfolgenden Anleitung.

Übertragung aus vorhandenen Bibliotheken - Schritt für Schritt Anleitung

Im Folgenden eine Schritt für Schritt Anleitung in der sie erfahren wie sie vorgehen können um ihre Bibliotheks-Informationen zu übertragen. Gehen sie folgendermaßen vor:

  1. Sichten sie zunächst ihre vorhandene Bibliothek. Schauen sie im Detail welche Kategorien es gibt und schreiben sie sich diese auf. Also beispielsweise Widerstände, Kondensatoren, Spulen, Sensoren, IC’s etc.
  2. Sammeln sie nun alle Bauteilparameter und ordnen sie diese der jeweiligen Kategorie zu. Es empfiehlt sich hier ggf. eine tabellarische Aufstellung zu machen.
  3. Wenn sie alle Kategorien und Parameter auf einem Blatt stehen haben, misten sie bitte aus. Alte, irrelevante Parameter die nicht mehr in Verwendung sind können entfernt werden. Schauen sie dass sie keine Redundanz im Informationsgehalt haben. Doppelte Information brauchen sie nicht pflegen.
  4. Sobald klar ist was an Parametern übrig bleibt schauen sie dass sie diese Parameter über alle Kategorien vereinheitlichen. Das beispielsweise nicht in der einen Kategorie “Gehäuse” steht und in der anderen “case”.
  5. Erstellen sie sich für jede Kategorie ein entsprechendes Component Template, welches die Parameter enthält die für sich von Bedeutung sind.
  6. Mit Hilfe der Clone Funktion können sie die Component Templates dann vervielfältigen und auf die Bauteil Kategorien anpassen.

Sobald sie diese Schritte durchgeführt haben steht einer Migration aus Ihrer bisher verwendeten Bauteildatenbank nichts mehr im Weg (Verpassen sie hierzu nicht den nächsten Blog Artikel aus der Altium Concord Pro Reihe). Zunächste jedoch noch einige Worte darüber wie die Component Templates an sich in Concord Pro verwaltet werden.

Ein Component Template wird identisch wie alle anderen Inhalte in Concord Pro behandelt. Es kann einen Lifecycle-State sowie eine Revision erhalten. Es ist somit auch im Nachgang möglich Dinge zu ändern. Beispielsweise hat sich bei mir gezeigt dass ich während des einrichtens immer mal wieder gewisse Parameter auf “required value” hatte, die sich im arbeitsalltag jedoch als unpraktisch erwiesen haben. Das ist in diesem Zusammenhang kein Problem, einfach das entsprechende Component Template editieren und die Parameter anpassen. Mit dem Release zum Server kann dann eine kleine Änderungsnotiz ergänzt werden und somit ist die Sache auch gleich dokumentiert. Oder Ihnen fällt auf dass sie zwingend noch weitere Parameter für einige Kategorien benötigen, so kann Ihre Struktur auch im Nachgang noch wachsen.

In der aus einzelnen Ordnern bestehende Concord Pro Struktur, gibt es für die verschiedenen Templates “spezielle” Ordnertypen. Je nach Template Kategorie erhält der entsprechende Ordner dann auch unterschiedliche Funktionen. Erkennbar ist dies an den unterschiedlichen Ordnersymbolen. Konkret weist man einem simplen Ordner einen sogenannten “Folder Type” zu. Abhängig vom Type können in diesem Ordner dann die zugehörigen Templates abgelegt werden. In einem solchen Ordner werden ebenfalls die Component Templates abgelegt. 

Die Zuweisung eines Component Templates an einen Bauteil Ordner erfolgt über die Properties des jeweiligen Ordners. (rechtsklick auf den Ordner > Properties). Die Folgende Darstellung zeigt den Edit Folder Dialog der sich hieraus öffnet. Dort kann im rechten oberen Bereich dann das gewünschte Component Template dem jeweiligen Component Ordner zugewiesen werden.

Voraussetzung für das zuweisen eines Component Templates ist der Folder Type. Das geht lediglich beim Folder Type “Components”. 

Fazit & Tipp aus der Praxis

Mit Altium Concord Pro haben sie eine globale Verwaltung für all Ihre Templates.

Nicht nur die Templates für ihre Schaltplanseiten und Projekte, sondern eben auch die Templates für die Anlage Ihrer Bauteile sind in Concord Pro integriert. So können Sie gar für jede Komponenten-Kategorie unterschiedliche Komponenten Templates erstellen. Es wird somit sichergestellt, dass bei der Anlage einzelner Komponenten auch keine Angaben verloren gehen. Die editierung erfolgt relativ simple und kann von etwas erfahrenen Entwicklern vollzogen werden.Bevor sie Ihre Bauteil-Bibliothek zum Server hinzufügen, stellen sie sicher, dass Ihre Component Templates als rudimentäres Gerüst vorhanden sind. Es erspart ihnen später umfangreichere Anpassungen.

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Sven Ingelfinger arbeitet als Hardware Entwickler bei der Firma IDS - Imaging Development Systems GmbH, einem der Weltmarktführer im Bereich der Industriekamera-Technik.

Neben der Schaltplan- und Layout Entwicklung, ist er schwerpunktmäßig für alle Themen rund um Altium Nexus zuständig. Über die letzten Jahre hat er neben zahlreichen Starr-Flex- und HDI-Projekten, auch die erfolgreiche Migration zum Altium Designer begleitet.

Darauf aufbauend, wurde im Anschluss die Umstellung auf Altium Nexus durchgeführt. Gemäß dem Leitspruch „Praxiswissen von Anwender für Anwender“, arbeitet er außerdem als (Online)-Trainer, Coach und Consultant für Altium Designer, Altium Vault und Altium Nexus.

Erfahren Sie mehr über Sven Ingelfinger auf: www.sveningelfinger.com

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