Ein neues Erlebnis bei der digitalen Zusammenarbeit bietet Calumet Electronics neue Möglichkeiten

Judy Warner
|  Created: July 24, 2020  |  Updated: August 3, 2020
Man Typing on computer, collaborating with others

Judy Warner: Rob, bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick über Calumet und die Rolle, die Sie dort wahrnehmen.

Rob Cooke: Ich arbeite seit etwas mehr als eineinhalb Jahren bei Calumet Electronics und bin dort Direktor für technische Dienstleistungen.  Ich bin für unsere CAM/Tooling-Gruppe verantwortlich, die neue Aufträge bearbeitet. Darüber hinaus beaufsichtige ich unsere Design Engineering Services-Gruppe und unser Software-Entwicklungsteam.  Calumet Electronics ist ein 50 Jahre altes Unternehmen, das seit 1968 Leiterplatten in den Vereinigten Staaten herstellt. Seit der Gründung des Unternehmens ist es unsere Mission, ein sicherer, zuverlässiger und nachhaltiger Hersteller von Leiterplatten zu sein.  

Warner: Ein wesentliches Hindernis für die schnelle Herstellung von Leiterplatten ist die Diskontinuität des gegenseitigen Austauschs, die eintritt, sobald ein Design-Ingenieur die Dateien an den Hersteller übergibt. Wie oft, würden Sie sagen, verzögert sich die Bearbeitung eines Auftrags aufgrund eines Mangels an kritischen Informationen, die Sie für den Beginn der Arbeit benötigen, und was sind die Folgen für Calumet und seine Kunden?

Cooke: Ich habe einmal den CEO eines anderen Leiterplattenunternehmens sagen hören, dass die Antwort auf diese Frage "bei allen Aufträgen" lautet.  Meiner Erfahrung nach beschreibt diese Aussage die Realität ziemlich genau.  Die Leiterplattenoptionen und Herstellungspräferenzen sind einfach so zahlreich, dass Zeichnungen, Bestellungen und Spezifikationen nicht alles abdecken können. Das Zeichnungs- und Designpaket stellt lediglich ein Mittel zur Kommunikation der Designdetails dar.  Es liegt bei den Beteiligten, sicherzustellen, dass die Kommunikation der Designabsicht sowohl vollständig ist als auch insgesamt verstanden wird.   

Warner: Welche Informationen fehlen oft, und worauf müssen Design-Ingenieure achten?

Cooke: Das ist eine ziemlich lange Liste.  In einfachen Fällen - und die kommen am häufigsten vor - vergessen Designer oder Mitarbeiter aus der Beschaffung, die wichtigsten Daten für die Herstellung beizufügen, z. B. Artwork-Dateien und Bohrdateien. Viele Probleme sind jedoch etwas differenzierter. Ein Beispiel hierfür ist die Bereitstellung von Netzlistendateien, die absichtlich Kurzschlüsse und offene Schaltkreise enthalten, ohne dass auf diese Tatsache hingewiesen wird. Problematisch ist es auch, wenn das Design Leitungen mit kontrollierter Impedanz enthält, aber nicht zu erkennen ist, welche es sind. Es ist üblich, das auf Abstands- oder Restringbeschränkungen hingewiesen wird, die mit der derzeitigen Technologie im Widerspruch stehen oder mit dieser nicht realisierbar sind.  Oft wird die Einhaltung der IPC 6012 Klasse 2 oder 3 eingefordert ohne zu realisieren, das hier minimale Toleranzen spezifiziert warden, diese aber vom Hersteller auf der Grundlage des bereitgestellten Designs nicht eingehalten werden können.    

Warner: Sie haben mir kürzlich eine E-Mail geschickt, in der Sie einfach nur schrieben: "Wenn Sie gerne eine Empfehlung für Altium 365 hätten, lassen Sie es mich wissen. Ich bin ein Fan!" Können Sie uns sagen, was Sie dazu inspiriert hat, diese E-Mail zu senden?

Cooke: Ich habe mich an Sie gewandt, weil ich das Gefühl hatte, dass dieses Tool eine nahezu perfekte Erfahrung darstellt, wie Kommunikation und Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter funktionieren sollten. Ich arbeitete mit einem Design-Ingenieur zusammen, der einige Leiterplatten herstellen lassen wollte. Der Designer-Ingenieur vereinbarte ein Gespräch mit uns, um die Herstellung der Leiterplatte zu besprechen, und bat seinen Bestückungspartner, an diesem Gespräch teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war das Design zu etwa zu 85-90 % fertig gestellt. Er brachte alle fünf Leiterplattendesigns mit, die das Produkt seines Unternehmens enthält, und wir gingen jedes von ihnen gleichzeitig mit Hilfe von Altium 365 durch. Als wir uns das Leiterplattenlayout ansahen, konnten sowohl der Bestücker als auch ich auf Bereiche hinweisen, die wahrscheinlich Probleme und Fragen bei der Fertigung verursachen würden, unter anderem in Bezug auf den Lagenaufbau der Leiterplatte, überhängende Komponenten, Abstände und Passermarken auf den Platinen.  Wir beantworteten alle üblichen Fragen zu Markierung, Lötstoppmaske und Bohrungstoleranzen, und zwar gleich dann und dort - bevor überhaupt eine Fertigungszeichnung fertiggestellt worden war.  Die Auswahl des Lieferanten erforderte ein wenig Engagement auf Seiten des Designers. So ergab sich aber ein Vorteil, der es uns erlaubte, die Werkzeugausstattung für die Leiterplatten in weniger als einem Tag zusammenzustellen.  Es gelang uns, die Produktion aller fünf Leiterplatten innerhalb von drei Tagen in der Werkstatt anzukurbeln, anstatt sie wochenlang auf Eis zu legen, weil uns wichtige Informationen fehlten. 

Warner: Was würde sich für Sie und Ihre Kunden ändern, wenn mehr Ihrer Aufträge so reibungslos ablaufen würden?

Cooke: Der bedeutendste Vorteil ist eine Verkürzung der Zeit bis zur Markteinführung und eine Verringerung des Risikos. Ich weiß aus Erfahrung, dass nichts frustrierender ist, als mit einer Leiterplatte in 1-2 Wochen zu rechnen, nur um am zehnten Tag herauszufinden, dass die Leiterplatte wegen eines Fertigungsproblems ausgemustert werden musste. Die meisten dieser Probleme lassen sich mit ein wenig Diskussion und Analyse im Vorfeld vermeiden. Sicherlich sind automatisierte DFM-Tools und eine Prüfung der Design-Regeln eine große Hilfe - aber es gibt keinen Ersatz dafür, dass sich der Hersteller und Bestücker das Design anschauen, bevor es an die Fertigung weitergeleitet wird. Bei diesen fünf Designs konnten wir in weniger als 30 Minuten alle Fragen zur Herstellung und Bestückung direkt in der Design-Datei durchgehen! Die frühzeitige Zusammenarbeit und die Nutzung einer Cloud-basierten Plattform, auf der wir Änderungen sofort vornehmen konnten, machten dies möglich.

Warner: Welchen Rat würden Sie unseren Design-Ingenieur-Lesern geben, um ihnen einen reibungsloseren Übergang zur Fertigung zu ermöglichen, und welche Auswirkungen könnte Altium 365 Ihrer Meinung nach auf den Schritt vom Design zur Realisierung von Elektronikhardware haben?

Cooke: Als Designer, der selbst den größten Teil meiner Karriere mit dem Design von Leiterplatten verbracht hat, erkenne ich das große Potenzial, das Altium 365 für die Zusammenarbeit bietet. Wenn ein Designer mit seinen Partnern in der Lieferkette in einer kollaborativen Umgebung mit einem visuellen Kontext zusammenarbeiten kann, lässt sich enorm viel Zeit und Geld sparen. Mit Altium 365 kann sich der Leiterplattenhersteller und -bestücker das Layout direkt im Design-Tool ansehen, und dies bietet dem Designer wiederum die Möglichkeit, wirklich die Expertise anderer einzubeziehen.  In einigen Fällen können Präferenzen einen großen Einfluss auf die Vorlaufzeit haben - zum Beispiel kann eine kleine Änderung der Materialstärke oder -art allein auf der Grundlage des verfügbaren Lagerbestands 2-3 Wochen Vorlaufzeit einsparen.  Die Möglichkeit, sich das Design anzusehen und diese Vorschläge zu machen, bevor ein Angebot erstellt wird, kann einen großen Unterschied machen.  

Warner: Haben Sie noch irgendwelche abschließenden Gedanken, Rob?

Cooke: Ich weiß es zu schätzen, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich mit mir zu unterhalten und einige der Herausforderungen aufzuzeigen, vor denen wir Hersteller stehen. Jede Leiterplatte ist ein kundenspezifisches Produkt - keine Handelsware. Die heutige Technologie sprengt die Grenzen der maschinellen und menschlichen Fähigkeiten. Wir arbeiten derzeit mit Technologien, die Leiterbahnen mit weniger als 25 Mikrometer aufbringen. Uns ist am Erfolg der Design-Ingenieure gelegen, und wir können nicht an die Grenzen gehen, wenn wir unser kollektives Wissen und unsere kollektive Expertise nicht voll ausschöpfen. Die Altium 365-Plattform ist eine moderne Lösung, um diese Zusammenarbeit zu erleichtern und endlich die Lücken zwischen allen Beteiligten unabhängig von ihrem physischen Standort zu schließen. Es ist eine aufregende Zeit für Design-Ingenieur und Hersteller.

Anmerkung der Redaktion: Um den OnTrack-Podcast mit Rob Cooke zu diesem Thema zu hören, besuchen Sie bitte unsere Podcast-Seite.

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About Author

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Judy Warner ist seit über 25 Jahren in einer einzigartigen Vielfalt von Rollen in der Elektronikindustrie tätig. Sie verfügt über einen Hintergrund in der Leiterplattenherstellung, Hochfrequenz- und Mikrowellen-Leiterplatten, sowie in der Auftragsfertigung mit Schwerpunkt auf Militär-, Luft- & Raumfahrt-Anwendungen.

Darüber hinaus war sie als Autorin, Bloggerin und Journalistin für verschiedene Branchenpublikationen wie Microwave Journal, PCB007 Magazine, PCB Design007, PCD&F und IEEE Microwave Magazine tätig und ist ein aktives Vorstandsmitglied der PCEA (Printed Circuit Engineering Association). Im Jahr 2017 kam Warner als Director of Community Engagement zu Altium. Neben der Veranstaltung des OnTrack-Podcasts und der Erstellung des OnTrack-Newsletters rief sie die jährliche Altium-Anwenderkonferenz AltiumLive ins Leben. Warners Leidenschaft ist es, Ressourcen, Unterstützung und Fürsprecher für PCB Design Engineers weltweit bereitzustellen.

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