Component Library: Schnellerer Zugriff auf neue Komponenten - Macht die Cloud einen Unterschied?

Chad Jackson
|  Erstellt: February 6, 2019  |  Aktualisiert am: June 25, 2020
Nahaufnahme einer Leiterplatte

Mitte 2018 führten wir eine Untersuchung durch, die sich mit der Bedeutung von Simulation und Verifikation bei der Entwicklung von Flachbaugruppen befasste. Diese auf Umfragen basierte Studie enthielt eine Frage zu den Herausforderungen beim Leiterplattenentwurf. Eine der häufigsten Antworten war die Notwendigkeit, neue Komponenten in das Design zu integrieren. Das überrascht natürlich nicht. Die Anforderungen an Baugruppen werden immer anspruchsvoller und neueste Bauteile helfen dabei, diese zu erfüllen, indem sie höhere Verarbeitungsleistung und Spezialfunktionen bieten.

Hat dies irgendetwas damit zu tun, wie Ihr ECAD die Component Library (dt. Bauteilebibliotheken) verwaltet? Auf den ersten Blick scheinen die Anwendungen alle gleich zu sein. Das stimmt jedoch nicht ganz. Denn einige Ansätze haben erhebliche Beschränkungen.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die drei Methoden der Bibliotheksverwaltung und zeigt die Auswirkungen eines schnellen und fehlerfreien Zugriffs auf die neuesten elektronischen Bauelemente am Markt auf.  

Datei-basierte Component Library

Viele Desktop-ECAD-Anwendungen nutzen diesen Typ. Die Software und die Bauteilbibliotheksdatei sind lokal auf Ihrem Computer installiert. Der Speicherort dieser Datei wird entweder als Standardeinstellung oder als konfigurierbare Einstellung festgelegt. Während der Ausführung der ECAD-Software liest diese Informationen aus der Datei und stellt dem Benutzer die Eigenschaften und Merkmale der Bauelemente aus der Bibliothek zur Verfügung.

 

Natürlich ist keine Component Library statisch. Wenn die Lebensdauer der Komponenten erreicht ist, müssen sie aus der Bibliothek entfernt werden, um sicherzustellen, dass sie nicht mehr in laufende Platinendesigns einfließen. Sobald Lieferanten neue Bauteile veröffentlichen, können diese in der Bibliothek ergänzt werden. Wie bereits erwähnt, ist die Aktualität und damit der rechtzeitige Zugang zu den neuen Bauelementen von entscheidender Bedeutung. 

Bei Datei-basierten Component Library nimmt der Entwickler selbst (oder ein dafür zuständiger Mitarbeiter) die Aktualisierungen an der Datei vor. Leiterplatten-Entwickler können erst auf die aktualisierten Daten zugreifen, nachdem die Datei in der Component Library geändert und freigegeben wurde, was meist in einem bestimmten Turnus erfolgt.

Genau hier liegt das Problem. Wie schon erwähnt, ist der Zugang zu den aktuellsten Bauteiledokumentationen eine wichtige Aufgabe. Geschieht dies nur einmal im Monat, entsteht eine Latenzzeit, die die Fähigkeit einer Organisation, modernste am Markt verfügbare Technik zu nutzen, deutlich einschränken kann.

Datenbank-basierte Component Library

Die dateibasierte Methode ist nicht die einzige, die bei Desktop-ECAD-Systemen zur Anwendung kommt. Einige Werkzeuge verwenden eine Client-Server-Architektur, bei der die lokal installierte Software eine Verbindung zu einem Datenbank-Server herstellt. Dieser Lösungsansatz bietet viele interessante Vorzüge, wie z. B. die simultane Zusammenarbeit mehrerer Benutzer. Dies hat aber auch Auswirkungen auf die Bibliotheksverwaltung. Statt eine Dateikopie auf jedem Desktop zu installieren, befindet sich die Component Library nun auf dem Server und kann so an einem einzigen Ort verwaltet werden. 

Dies allein erleichtert den Zugriff auf die neuesten Komponenten bereits erheblich. Bibliotheksdateien müssen jetzt nicht mehr auf jeden einzelnen Desktop kopiert werden. Der zentralisierte Zugriff auf die Bibliothek erlaubt es nun, Änderungen systemweit zur Verfügung zu stellen.

Cloud-basierte Component Library

Wie unterscheidet sich nun der Cloud-basierte Ansatz von einem Datenbank-basierten System? Aus interner Sicht arbeiten sie sehr ähnlich. Egal ob mittels Desktop-Client oder Browser: Es wird eine Verbindung zu einem Server hergestellt, der sich jetzt in der Cloud befindet und die Bibliothek bereitstellt. Änderungen können an einem zentralen Ort vorgenommen, verwaltet und schneller verteilt werden.

Der wichtigste Unterschied zwischen Cloud-basiertem und Datenbank-basiertem Modell bei der Bibliotheksverwaltung ist die Aktualisierung der Lieferanten. Viele von ihnen bieten inzwischen Online-Zugang zu ihren neuesten Produkten. Sie bieten diese auf ihren Internetseiten als Bauteilekatalog an. Inzwischen gibt es Webdienste, die solche Informationen von einer Vielzahl von Herstellern aggregieren und weiterverteilen.

Warum ist das vorteilhaft? Cloud-basierte ECAD-Lösungen können nun direkt mit solchen Aggregatoren verbunden werden. Dadurch sind die Informationen und Definitionen der neuesten Komponenten nahezu in Echtzeit über die Anwendung abrufbar. Techniker können anhand der Daten die Bauteile entsprechend ihrer Bibliothek vorselektieren, ohne die Informationen erneut eingeben zu müssen. Der Vorgang ist somit viel schneller und reibungsloser.

Ein Cloud-basierter Ansatz für Component Libraries macht die Verteilung von Dateien und die manuelle Aktualisierung von Component Libraries überflüssig. Der Prozess kann so schnell oder so langsam sein, wie Ihr Unternehmen es für richtig hält.

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Über den Autor / über die Autorin

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Chad Jackson is an analyst, researcher and blogger providing insights on technologies used to enable engineers. He has surveyed thousands of engineering organizations.

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